Bauherr: Hessisches Ministerium der Finanzen über Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH)
Auftraggeber : HOCHTIEF Infrastructure GmbH
Standort : Konrad-Adenauer-Str. 20 / Heiligkreuzgasse 15, Frankfurt am Main
Planung: 2021 – 2026
Status: in Ausführung
Leistungsphasen: 2 – 5, Teilleist. 8
Bruttogrundfläche m2: 38.500
Baukosten KG 300-600 Mio €: 70
Grundsteinlegung : 05/2025
WB Gewinn: 07/2023
Fertigstellung: 07/2026
Visualisierung: © Archlab, Dresden
In einem PPP- Wettbewerb konnte PLAN2 zusammen mit HOCHTIEF den 1.Preis erlangen.
Aufgabe war, in dem historisch gewachsenen Justizareal an der Konstablerwache nach dem Rückbau zweier Bauten zwei hochmoderne Gebäude zu errichten. Das Oberlandesgericht, das Landgericht, das Amtsgericht, die Staatsanwaltschaft Frankfurt a. M., die Generalstaatsanwaltschaft und das Justizprüfungsamt werden zukünftig in den neuen Gebäuden an der Konrad-Adenauer-Str. 20 und in der benachbarten Heiligkreuzgasse 15 untergebracht. Im Gebäude C werden zwei Hochsicherheitssitzungssälen mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen entstehen. In den zwei Neubauten werden zukünftig ca. 450 Mitarbeiter beschäftigt sein.
Städtbau und Funktion
Gebäude C
Der Neubau des Gebäudes C nimmt mit seiner Blockrandbebauung die Grundstückslinien an der Gerichtsstraße und der Porzellanhofstraße ein. Im Bereich der Konrad-Adenauer-Straße weicht der Baukörper gegenüber den Baukanten der Nachbarbebauungen nach Osten zurück, um den ortsprägenden Straßenbäumen entsprechend Raum zu geben. Hier befinden sich im Süden und Norden die getrennten Besuchereingänge zu den zwei Sicherheitsverhandlungsräumen. Beide über die zwei Sockelgeschosse reichende Gebäudeausschnitte mit deutlich erkennbaren Eingängen ordnen den Besucherzustrom zu den Gerichtssälen.
Der südlich gelegene Bediensteten Eingang orientiert sich zu den ÖPNV- Haltestellen an der Konstablerwache.
Der nördliche Haupteingang liegt im Verknüpfungsbereich aller bestehender Altbauten und stellt somit über die ober- und unterirdischen Übergänge die funktionale Verbindung zu den bestehenden Gebäuden her. Dieser Eingang an der Nahtstelle zwischen der Tiefgarage, dem Gebäude E und A verbindet als “Rundlauf“ die funktionalen Beziehungen zu allen Gebäuden.
Die Tiefgaragenspindel wird bis zur Ebene -1 zurückgebaut. Somit wird eine harmonische Fortführung von der Hammelsgasse zur Konrad-Adenauer-Straße ermöglicht.
Funktion
Das Gebäude wurde unter konsequenter Beachtung der funktionalen Vorgaben entworfen. Im Gebäude C gruppieren sich die Zugangsbereiche um die beiden, im Inneren des Gebäudes zentral gelegenen Sicherheitssitzungssäle. Diese Räume werden unter den beiden Lichthöfen platziert und können auf diese Weise durch ein großes Oberlicht natürlich belichtet werden.
Der Gefangenenbereich wird unmittelbar an die über diesem Bereich liegenden Sicherheitssitzungssäle über separate Treppen und separate Aufzüge erschlossen. So können Angeklagte ohne Kontakt zu anderen Bereichen sicher zu ihren jeweiligen Plätzen in den Sitzungssälen vorgeführt werden.
In den oberen Büroetagen gruppieren sich die einzelnen Abteilungen um die beiden Innenhöfe. Innerhalb der drei 3-Bund Raumstrukturen werden die zentralen, allen Mitarbeitenden dienenden, Nebenräume in der Mittelspange verortet. Kopierräume und WC Anlagen werden jeweils zentral gelegen im Bereich der vertikalen Erschließungen angeordnet. An den Stirnseiten dieser Strukturen schaffen Teeküchen mit vorgelagerten Kommunikationsflächen eine gute Nutz- und Erlebbarkeit der neuen Büroetagen. An den zentral angeordneten Treppenhäusern werden in den 2- Bund Flügeln ebenfalls Räume für die interne Infrastruktur platziert. Die Etagen werden über Verbindungsbrücken an die umgebenden Gebäude A und E angedockt.
Besonderheit
Die Gebäude wurden unter Einhaltung strengster Sicherheitsauflagen entworfen. Sowohl auf die Gebäudeperipherie, als auch auf die Sicherheitstechnik wurde penibel geachtet.
Die Besuchereingänge zu den zwei Sicherheitsverhandlungsräumen im Süden und Norden wurden deshalb maximal weit voneinander getrennt. Die Gefangenenzuführung in die Verhandlungsräume und die verkehrlichen Anforderungen wurden streng nach sicherheitsaspekten Aspekten entworfen.