Landeskriminalamt Niedersachsen

Hannover

2027

Bauherr: Land Niedersachsen
Auftraggeber: Staatliches Baumanagement Hannover
Standort : Am Waterlooplatz 11, Hannover
Planung: 2021 – 2025
Status: in Ausführung
Leistungsphasen: 2 – 8 als Generalplaner
Bruttogrundfläche m2: 25.000
Baukosten Mio €: 155

Visualisierung: © Archlab, Dresden / © PLAN2, München

PLAN2 wurde nach dem Gewinn eines VGV- Verfahrens als Generalplaner für den Neubau des Laborgebäudes „Kriminaltechnisches Institut KTI“, der Renovierung des Bestandsgebäudes „Behördenhaus“ und der Neuordnung der gesamten Außenanlagen auf dem Grundstück beauftragt. Das gesamte Baufeld wird zukünftig ausschließlich für die Zwecke des Landeskriminalamtes Niedersachsen genutzt.

Städtebau und Funktion
Das Grundstück liegt in der Stadt Hannover am Waterlooplatz, entlang der Lavesallee und nördlich des Schützenplatzes.
Die städtebauliche Einbindung in das sicherheitsensible Umfeld, die Integration der neuen Baukörper in die Denkmallandschaft und eine wirtschaftliche Baukörpergestaltung bildeten die Herausforderung für die Neuordnung der Gebäude auf dieser Liegenschaft.
Die prägenden Sichtachsen entlang der Lavesallee und die vorhandenen denkmal- und ensemblegeschützten Bauwerke mit ihren Freiflächen waren die wichtigen Bezugspunkte für „das Weiterbauen“ des neuen Gebäudes.

Entwurfsansatz
Das architektonische Gesamtkonzept sieht die Stärkung der übergeordneten Entwurfsidee vor.
Die einfache Weiterführung des Themas – horizontaler straßenbegleitender Bau und hohes signifikantes Brückenbauwerk – wird als die logische Weiterentwicklung der ursprünglichen Entwurfsidee weiter gestärkt.
So wird die südliche Angliederung des Erweiterungsbaus an den bestehenden Flachbau Bauteil-A realisiert.
Durch das baukörperliche Konzept der ruhigen und selbstverständlichen Weiterführung des Bestandsgebäudes (BT-A) durch den neuen Erweiterungsbau (BT-G) unter dem Brückengebäude (BT-C) hindurch, wird trotz des großen Raumprogrammes ein Baukörper geformt, der in Kubatur und Höhe angemessen maßstäblich erscheint. Mit dieser 4- geschossigen einfachen Fortführung wird auf die Straßenrichtung und auf die gegenüberliegende Bauhöhe reagiert. Die architektonische Haltung mit einer zurückhaltenden und ruhigen Sprache wird fortgeführt. Freiräume und unbebaute Grünflächen bleiben in großem Maß erhalten.
Die Fugen zwischen Bauteil A und C bleiben ablesbar, die bisher gläsernen Erschließungstürme werden in die Bauteile A und G integriert.
Im Neubau werden die verschiedenen Anforderungen an die unterschiedlichen Raumhöhen mit der logischen Funktionsaufteilung Bürohöhen – Laborhöhen gelöst. Somit wird der Neubau mit vier Geschossen statt der vorhandenen fünf Stockwerken in BT-A geplant.

Erschließung / Verkehrskonzept
Der Haupteingang im Nordosten fungiert weiterhin als einziger Zugang. Hier erreichen die Besucher und Bediensteten von der Innenstadt aus über den Waterlooplatz das LKA.

Der Zugang zum Kriminaltechnischen Institut KTI kann für Mitarbeitende über die Hauptzufahrt Victoria-Luise-Weg erreicht werden.
Der Eingang für den Neubau KTI Bauteil G befindet sich ebenerdig innerhalb des Sicherheitsbereiches, auf Zufahrtsniveau an der Ostseite des Gebäudes. Dieser ist über einen 2-geschossigen Einschnitt in den Baukörper angemessen gekennzeichnet und deutlich erkennbar.

Durch die kompakte Bauweise des Neubaus wird ein großer Teil des Grundstücks für offenes Parkieren außerhalb des Gebäudes freigehalten. Die städtebauliche Entwurfsidee wird durch die Freiraumstrukturen zusätzlich unterstützt.

Ökologie und Nachhaltigkeit
Eine vollflächige extensive Dachbegrünung wird vorgesehen.
Die Gebäudehülle erfüllt bei Wärmedämmung und Dichtigkeit die höchsten Ansprüchen. Dank ausgezeichneter Isolierung und Dreifachverglasung an den Fensterflächen wird eine hohe energetische Einsparung erzielt.
Neben den hochbaulichen Faktoren werden auch technische Elemente, wie die Rückgewinnung von Energie vorgesehen. Eine Photovoltaikanlage unterstützt die Stromeinsparung durch die Gewinnung von Solarstrom.
Ladestationen mit E- Ladesäulen versorgen die Dienst- und Privatfahrzeuge mit autark erzeugten Strom.

Besonderheit
Hier musste ein Hochsicherheitsgebäude entwickelt werden, was trotz der unvermeidlichen Sicherheitauflagen eine nach Aussen hin offene Architektur vermitteln sollte.
Neben der Sicherung der Fassaden liegt besonderer Schutz auf den Anlagen der Vorfeldsicherung. Das KTI wird an der Lavessallee mit höhergelegten Anfahrtsschutz gegen PKW und LKW- Sörungen gesichert.
Als Einfriedung des gesamten Geländes ist ein Frontgitterzaun inkl. Sichtschutz geplant.